Pierre Auger Observatory

Press Reviews

Partikel in der Pampa - Physik Journal - 03/2014

Das Pierre-Auger-Observatorium detektiert die energiereichsten Teilchen im Universum.

By Stefan Jorda

Seit Stunden fahre ich bereits von der argentinischen Großstadt Mendoza aus nach Süden, meist führt die Straße schnurgeradeaus. Zu beiden Seiten der Straße erstreckt sich die Pampa mit ihrer niedrigen Vegetation aus Gras und Büschen. Zur Rechten begleiten mich in einiger Entfernung die schneebedeckten Gipfel der Anden, doch hier in der Ebene ist es heiß und trocken. Bis zu meinem Ziel, der Kleinstadt Malargüe, fehlen noch immer fast hundert Kilo­meter, als ich den ersten „Tank“ sehe: Am Straßenrand steht ein runder, beigefarbener Behälter, etwa einen Meter hoch und drei Meter im Durchmesser. Obendrauf befinden sich ein Solarmodul sowie eine Richtfunk-Antenne. Das soll ein Teilchendetektor sein?

Bei der Weiterfahrt tauchen etwa alle zwei Kilo­meter links und rechts der Straße baugleiche Tanks auf. Wenn ich den Blick in die Ferne schweifen lasse, kann ich bis zum Horizont kleine Pünktchen erahnen. Doch das ist nur ein Bruchteil der insgesamt über 1600 Detektoren, die hier ab dem Jahr 2000 aufgestellt wurden. Sie alle gehören zum Pierre­-Auger-Observatorium, dessen Hauptquartier in Malargüe ich nach einer weiteren Stunde erreiche. Dieses weltweit größte Observatorium weist Teilchen der kosmischen Strahlung nach, deren Energie bis zu 100 Millionen Mal höher ist als die Strahlenergie des Large Hadron Colliders (LHC). Ein Proton mit diesen 100 Exa-Elektronenvolt hat eine ähnliche kinetische Energie wie ein Tennisball beim Aufschlag. „Das ist die höchste Teilchenenergie, die wir in der Natur überhaupt kennen. Wir wollen die Quellen dieser Teilchen finden und verstehen“, sagt Karl-Heinz Kampert. Der Wuppertaler Physikprofessor wurde im Herbst als Sprecher der Auger-Kollaboration wiedergewählt, der etwa 500 Wissenschaftler aus 19 Ländern angehören.

Wenn kosmische Teilchen – primär Protonen und schwerere Atomkerne – in die Erdatmosphäre eindringen, werden sie an den Atomkernen der Luft gestreut, sodass sie selbst die Erdoberfläche nicht erreichen können – zum Glück für unsere Gesundheit. Bei den Stößen entstehen aber neue Teilchen, die weitere erzeugen usw., sodass eine ganze Lawine von Millionen bis Milliarden von sekundären Teilchen entsteht, die auf die Erdoberfläche zurasen. Befindet sich dort ein verteiltes Feld von Detektoren, so registrieren diese beim Eintreffen des Schauers Signale, die Rückschlüsse auf die Eigenschaften des primären Teilchens erlauben. Der französische Physiker und Namenspatron für das Observatorium Pierre Auger wies auf diese Weise bereits Ende der 1930er-Jahre Luftschauer auf dem Jungfraujoch in der Schweiz nach.

In den 1960er-Jahren gelang es mit solchen Detektorfeldern, die Zahl der pro Fläche und Zeit auf die Erde prasselnden kosmischen Teilchen zu vermessen. Dieser Fluss fällt im Wesentlichen mit der dritten Potenz der Energie ab. Daher trifft pro Quadratmeter und Minute etwa ein Teilchen auf die Erde, dessen Energie bei der LHC-Energie oder darüber liegt, während bei einer Grenzenergie von einem 1 EeV nur noch mit einem Teilchen pro Quadratkilometer und Jahr zu rechnen ist. Wenn man den Teilchenfluss bei höchsten Energien vermessen möchte, führt also kein Weg an möglichst großen Detektorfeldern vorbei – daher verteilen sich die Tanks des Pierre-Auger-Observatoriums auf eine Fläche von 3000 Quadratkilometern, größer als Luxemburg. Ungeachtet davon gelang es aber bereits in den 1960er-Jahren, mit einem kleinen Messfeld ein einzelnes Ereignis mit sogar 100 EeV zu registrieren. „Die hatten einfach unglaubliches Glück“, sagt Kampert.

On the trail of Cosmic Bullets - Symmetry - Oct/Nov 2007

By Kurt Riesselmann

Argentina’s Pampa Amarilla is a rather remote place, a dry plain stretching thousands of miles against the spectacular backdrop of the rugged, snowcapped peaks of the Andes. Like every other place on Earth, the yellow pampa is bathed in a constant shower of cosmic rays—protons and atomic nuclei that fly through the universe at close to the speed of light. While some are known to come from the sun, most take a meandering path that gives no clue to where they came from. Once in a while, an unusually powerful cosmic ray strikes the Earth’s atmosphere with almost as much energy as a bullet. Fortunately, such a projectile is no danger to human life. Entering the atmosphere, it loses energy and creates showers of lower-energy particles, which can spread across more than 15 square miles by the time they hit ground.

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Pierre Auger Observatory shares cosmic-ray data with public, students - 3 July 2007

The Pierre Auger Collaboration has begun the public release of one percent of the cosmic-ray events recorded by the Observatory in Argentina. New cosmic-ray data—about 70 events per day—will be posted on a daily basis.

The one-percent release is part of the worldwide Pierre Auger education and outreach program. It will allow teachers to expose students to real scientific data and the breathtaking processes that take place in the cosmos, hurling charged particles toward Earth. Data are provided both as graphical displays and in tabular form. For each cosmic-ray air shower, the Web sites show the energy and direction of the incoming cosmic-ray particle. The public data provides information on cosmic-rays with extremely high energy, up to 5 x 1019 electron volts (eV).

The data and their visualizations are available by clicking on the Event Display link in the Navigation Bar on the right, or by going to Observatorio Pierre Auger Sur.

The full text of the Press Release is found at interactions.org.

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